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Öllein verliert an Anbaufläche Im Ölfruchtanbau dominiert bundesweit der Winterraps. Die Sommerölfrüchte nehmen dagegen eher einen bescheidenen Umfang auf dem Acker ein. Dr. Winfried Jackisch von der Sächsischen Landesanstalt für Landwirtschaft, Nossen, erläutert die Anbauflächenentwicklung bei Öllein gestern und heute. |
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Nach den Agenda-Beschlüssen
zur Nivellierung des Beihilfeniveaus wird der Öllein überproportional
mit rückläufigen Flächenausgleichszahlungen im Vergleich
zu Getreide, Leguminosen und Ölsaaten bedacht (Tabelle 1). Die Senkung
der Beihilfe für Öllein in drei Jahresschritten auf das Niveau
von Getreide wird zu einem starken Rückgang des Anbaus führen.
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Die Rentabilität hängt von dem Ertragsniveau, den variablen Kosten, dem Erzeugerpreis und der Höhe der Flächenbeihilfe ab. Beim Öllein war insbesondere letztere anbauentscheidend. In der Tabelle 2 sind Ergebnisse von Modellrechnungen zu Deckungsbeiträgen bei einer vorgegebenen Staffelung der Kornerträge und davon abhängigen variablen Kosten gegenübergestellt. Ein Marktpreis von 30 DM/dt wurde angesetzt. Die Kalkulationen beziehen sich auf die Rahmenbedingungen in Sachsen in den Jahren 1999 bis 2002. Bei einem Ertrag von 20 dt/ha entspricht der Markterlös etwa den Kosten. Der Deckungsbeitrag ist in diesem Fall annähernd mit der Flächenbeihilfe identisch. Jedoch schon bei einem Ertrag von 15 dt/ha liegt der erwirtschaftete Markterlös um 120 DM/ha unter den variablen Kosten. Damit ist der Deckungsbeitrag um rund 120 DM/ha geringer als die Flächenbeihilfe. Bei einem Ertrag von 10 dt/ha wird nur noch ein Markterlös erzielt, der um 180 DM/ha unter den aufzubringenden variablen Kosten liegt. Daraus ergibt sich ein Deckungsbeitrag, der um 180 DM/ha geringer als die Flächenbeihilfe ist. Unabhängig vom Standort und dem Ertragsniveau, fällt der Deckungsbeitrag im Jahr 2000 um 206 DM/ha und in den nächsten beiden Jahren um jeweils weitere 153 DM/ha. Jeder Landwirt weiß, daß sich die Abnahme des Deckungsbeitrages um 513 DM/ha nicht über Kosteneinsparungen ausgleichen läßt. Andere Erzeugerpreise können selbstverständlich die Wirtschaftlichkeit beeinflussen. Bei Preisen von beispielsweise 40 DM/dt würden sich die Deckungsbeiträge
für die vorgegebenen Kornerträge um 100, 150 beziehungsweise
200 DM/ha erhöhen. Die Wirtschaftlichkeit des Ölleinanbaus nimmt
jedoch immer proportional mit der Reduzierung der Flächenbeihilfe
ab. Selbst Berufsoptimisten sehen keine Anzeichen für einen Anstieg
des Erzeugerpreises auf 55 bis 65 DM/dt, der die Wirtschaftlichkeit wesentlich
verbessern würde. Es ist abzusehen, daß auch die Produzenten
in den ertragsschwachen Regionen spätestens ab dem Jahr 2002 den
Ölleinanbau stark einschränken, da dann auch dort Getreide wirtschaftlich
besser abschneidet. Weil für Öllein die Flächenbeihilfe
gegenüber 1999 bereits in diesem Jahr um 206 DM/ha abnimmt und für
Getreide um 53 DM/ha ansteigt, wirken diese Veränderungen unter den
Rahmenbedingungen von Sachsen mit einem Nachteil von 259 DM/ha zuungunsten
des Ölleins. |
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Vor einer Anbauentscheidung für Öllein zur Ernte dieses Jahres
ist zu überprüfen, auf welchen Standorten der Öllein im
Vergleich zu Getreide noch wirtschaftlich ist. Wie die Modellkalkulation
zu Gleichgewichtserträgen von Öllein und Futtergetreide in Tabelle
3 zeigt, rechnet sich der Ölleinanbau bereits für das Jahr 2000
nur noch auf ertragsschwachen Standorten (weniger als 45 dt/ha Getreide). |
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| Quelle: Bauernzeitung 8/2000 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||