|
NAME UND BOTANIK |
||
|
BEINWELL,
Symphytum officinale L. Boraginaceae Mehrjähriges Kraut |
![]() Foto: Sabine Jelinek ©, Nafoku Natur- und Fotokunst |
|
|
BIOLOGIE |
||
| Vorkommen: | Einheimische Heilpflanze | |
| Wuchshöhe: | bis 200 cm | |
| Blütezeit: | Mai - August | |
|
ANBAU |
||
| Boden und Lage: |
Liebt nährstoffreiche, feuchte, tiefgründige, mittelschwere bis schwere Böden, jedoch pH-Bereich 6,5-7,5. |
|
| Bodenvorbereitung: |
Die Planung einer Anlage muss rechtzeitig beginnen. Die wichtigsten Voraussetzungen eines guten und qualitativ hochstehenden Erntegutes ist die Abwesenheit mehrjähriger Unkräutern. Insbesondere Blacken (Rumex obt.), Winden und eventuell Weissklee können die qualitative Zusammensetzung des Trockengutes negativ beeinflussen. Die Zufuhr von organischem Material, wie Mist und Kompost, verbessert die Bodenstruktur und hat einen positiven Einfluss auf das Wurzelwachstum. Nach dem Pflügen soll der Boden sorgfältig vorbereitet werden, um die Pflanze einen optimalen Start zu ermöglichen. |
|
| Saat / Pflanzung: |
Pflanzabstände bei 75 x 75 cm, d.h. rund 200 Pflanzen/Are. Optimale Erträge werden bei mindestens 18'000 Pflanzen/ha erzielt. Die Pflanzung kann mit verschiedenen Setzmaschinen erfolgen, welche sich für Topfballen eignen. Die Grösse der Topfballen variiert zwischen 5,5 und 8 cm, ja nach Produktionsart. Wichtig ist ein dem Topf entsprechendes Saatbeet, d.h. je kleiner die Töpfe desto feiner der Boden. Der Pflanzzeitpunkt liegt zwischen Mitte März und Ende September, und muss mit dem Pflanzenlieferanten abgesprochen werden. Der Vorteil einer frühen Pflanzung liegt im früheren Ertrag, dafür ist die Unkrautbekämpfung etwas schwieriger. |
|
| Pflege: |
Nach der Pflanzung ist die Anlage mit entsprechenden Hack- oder Fräsgeräten unkrautfrei zu halten (passende Reihenabstände wichtig). Die chemische Unkrautbekämpfung ist auf die Massnahmen vor Vegetationsbeginn beschränkt. Ist die Kultur etabliert und frei von mehrjährigen Unkräutern, so deckt die grosse Blattmasse den Boden weitgehend ab, so dass Samenunkräutern kaum Chancen haben, sich zu entwickeln. |
|
| Düngung: |
Der Boden soll
gut bis sehr gut mit P und K versorgt sein. |
|
| Ernte, Aufbereitung, Erträge: |
Beste Ergebnisse
werden bei einer Schnitthäufigkeit von 3-5 mal jährlich. Je jünger
die Blätter, desto höher der Nähwert des Erntegutes. Unkrautfreiheit
ist der wichtigste Qualitätskriterium. |
|
|
NUTZUNG
|
||
| als
Vitaminlieferant für die Tierernährung (Blätter): |
Wallwurz ist reich an wertvollen Vitaminen und Wirkstoffe (Colin, Insulin) sowie an Spurenelemente wie Kalzium, Magnesium, Eisen und Phosphor. Besonders interessant ist der hohe Gehalt an Vitamin B12. Damit können synthetische Wirkstoffe im Bereich der Veterinärmedizin ersetzt werden. |
|
| als Gewürzpflanze
(Blätter): |
Spinatähnliches Gemüse | |
| als
Heilpflanze (Wurzeln): |
Zur Wundheilung; bei Quetschungen, Blutergüssen, Venenleiden, Verstauchungen, Rheuma, als Tee, Breiumschläge; äusserlich: eitrige Hautentzündungen u. Wunden, Unterschenkelgeschwüre; enthält Allantoin (fördert Wachstum vom Knochen-, Knorpel- u. Muskelzellen); wegen Krebsgefahr keine innere Anwendung mehr erlaubt. Nur äussere Anwendung! |
|
| Hauptinhaltsstoffe: | Allantoin, Flavonoide, Schleim- u. Gerbstoffe, ätherisches Öl | |
| Quelle: |
Birosto
AG, CH-Binningen Landesanstalt für Pflanzenbau, D-Forchheim L. Nyffenegger, Landwirtschaft Schweiz 6(10): 571-574, 1993. |
|