NAME UND BOTANIK

Bärlauch
Waldknoblauch, Wilder Knoblauch, Ramsel

Allium ursinum

- Alliaceae (Lauchgewächse) -

mehrjährige Staude


Foto: Sabine Jelinek ©,
Nafoku Natur- und Fotokunst


  BIOLOGIE

Vorkommen: Mitteleuropa und Nordasien
Unterwuchs von feuchten, schattigen Laubwäldern, dort massenweises Auftreten.
Allgemeines: Mehrere längliche, nur aus einem fleischigen Niederblatt bestehende Zwiebeln, aus denen jeweils ein Stängel entspringt.
Intensiver knoblauchartiger Geruch und Geschmack aufgrund des schwefelhaltigen Alliicins
Wuchshöhe:

20-50 cm

Blütezeit: April - Mai

ANBAU

Standortansprüche:

Bevorzugt auf kalkhaltigen, humosen Böden

Anbauhinweise: Mehrjähriger Anbau
Saat/Pflanzung:

Anbau mittels Jungpflanzenvorkultur:

TKG 5,0 - 6,0 g
Saatgutbedarf in der Anzucht: 20 g für 1000 Pflz.
Standweite: 8 - 10 Horste / m2
Anmerkung: Samen benötigen Frost zum Keimen
Es können statt der Samen im Herbst auch Zwiebeln in den Boden gesteckt werden
Ernteprodukte:

Frische Blätter (Frühjahr)
Zwiebeln (zwischen Frühsommer und Winteranfang)

NUTZUNG
Als Gewürz- und Gemüsepflanze: Frische Blätter (und auch Blüten) eignen sich aufgrund des milden Knoblauchgeschmacks als Gewürz (Suppen, Salate, Gemüse, Fleischgerichte, Soßen, Brotsaufstrich, Weichkäse, Kräuterquark), auch in Essig oder Öl eingelegt.
Zwiebeln ergeben eine Gemüsebeilage.

Als Hausmittel:

Inhaltstoffe:
 

Ätherisches Öl (Bärlauchöl), das schwefelhaltige Komponenten enthält (Cystein, Alkylsulfide, Alkylpolysulfide, Mercaptan). Als Hauptwirkstoff wird das typisch knoblauchig riechende Allicin betrachtet. Es entsteht nach Verletzung (Schneiden) der Pflanze unter Sauerstoffeinfluss aus dem geruchsneutralen, schwefelhaltigen Inhaltstoff Alliin.
Vitamin C ist außerdem in den Blättern enthalten.

Wirkung:

 

Antiseptisch, reinigend, entzündungshemmend, krampflösend, antiasthmatisch, abführend und entwässernd.
Regt die Sekretion der Verdauungsdrüsen an, beugt Arterienverkalkung vor, senkt Blutdruck und Choleseterinspiegel, verbessert die Herzleistung und wirkt gegen schädliche Darmbakterien und -parasiten.

Verwendung:

 

Wie Knoblauch wird Bärlauch gegen Arteriosklerose, gegen Bluthochdruck und Magen-Darm-Störungen eingesetzt.
Bärlauchessenzen wurden früher bei Magen-Darm-Beschwerden, Gallenleiden, Bronchitis und Hauterkrankungen verwendet. In Milch eingelegte und zerquetschte Zwiebeln wurden als Wurmmittel eingenommen. Der Pflanzensaft wurde als Haushaltsmittel zur Desinfektion genutzt.

VORSICHT: die Blätter nicht mit denen des giftigen Maiglöckchens verwechseln!

Quelle:

Dachler / Pelzmann
Becker / John