Mitteilung für die Fachpresse vom Montag, den 20. Oktober 1997

²Erste gemeinsame Holz-Allianz²

Waldbesitzerverbände und Vertreter der Holzwirtschaft aus Baden-Württemberg und Bayern verabschieden in Ulm/Neu-Ulm gemeinsame Resolution zur vermehrten Holzverwendung

Resolution

Die heimische Forst- und Holzwirtschaft sind in ihrer Existenz gegenseitig aufeinander angewiesen. Deshalb müssen künftig vermehrt gemeinsame Anstrengungen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für den Einsatz von Holz unternommen werden. Nur auf diese Weise könne der heimische Roh-, Bau-, Werkstoff und Energieträger die ihm zustehende gesellschaftliche Wertschätzung erfahren und Forst- sowie Holzwirtschaft zu angemessen Erlösen verhelfen. Hierauf verwiesen die Vorsitzenden der Forstkammer Baden-Württemberg, Martin Wentz, sowie des Bayerischen Waldbesitzerverbandes, Michael Häsch, am Freitag, den 17. Oktober 1997 in Neu-Ulm. Mit der Resolution "Erste gemeinsame Holz-Allianz - Forderungen für eine vermehrte Holz-Verwendung", die von süddeutschen Waldbesitzern verabschiedet wurde, soll auf einen vermehrten Einsatz des Ökorohstoffes hingearbeitet werden. Um die öffentliche Diskussion zu vertiefen, wird die Resolution demnächst politischen Mandatsträgern, Verwaltungen sowie Verbänden zugehen.

Auch die Vertreter der Holzwirtschaft, der Vorsitzende der bayerischen Säge- und Holzindustrie, Ambros Fichtner sowie Eugen Ladenburger, Vorstandsmitglied des baden-württembergischen Verbandes, trugen die Resolution mit und bekannten sich zum gemeinsamen Holzmarketing. Um den Standort für die heimischen Säger zu sichern, forderten sie vor allem den bäuerlichen Kleinprivatwald zu einem höheren Einschlag auf. Damit könnte die Wettbewerbsfähigkeit der mittelständischen Sägewerke entscheidend verbessert werden. Mit einer Zertifizierung von Forstbetrieben, vor allem nach den Vorgaben des Forest Stewardship Council (FSC), betonte der stellvertretende Vorsitzende des Bayerischen Waldbesitzerverbandes, Freiherr von Gravenreuth, wäre das Gegenteil zu befürchten. Über den Weg, eine Weiterentwicklung des Herkunftszeichens Holz hin zu einem europäischen Nachhaltigkeitsnachweis zu betreiben, bestand zwischen Waldbesitzern und Säger Einigkeit.

Mit der gemeinsamen Holz-Allianz wollen die Waldbesitzerverbände auch die konstruktive Zusammenarbeit zwischen den Ländern Bayern und Baden-Württemberg hervorheben. Die süddeutsche Forst- und Holzwirtschaft nehme sowohl unter den quantitativen Aspekten Holzerzeugung und -verarbeitung wie auch im Bereich innovativer Ideen eine Vorreiterrolle ein. Mit der gemeinsamen Holz-Allianz, betonten die Geschäftsführer der Forstkammer Baden-Württemberg, Martin Bentele, und des Bayerischen Waldbesitzerverbandes, Hans Baur, wolle man auch künftig Solidarität auf der "Südschiene" demonstrieren.

 

R E S O L U T I O N

Erste gemeinsam Holz-Allianz - Forderungen für eine vermehrte Holzverwendung

Das Prinzip der Nachhaltigkeit hat in der deutschen Forstwirtschaft eine lange Tradition. Was vor 200 Jahren unter dem Gedanken der Rohstoffversorgung eingeführt worden ist, wurde bis heute auf eine dauerhafte Sicherung von Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion ausgedehnt. Nur eine Forstwirtschaft auf gesichertem finanziellen Fundament kann die vielfältigen Leistungen für die Bevölkerung erbringen. Holz ist ein nachhaltiger Roh-, Bau- und Werkstoff und Energieträger. Sowohl Waldbesitzer wie auch holzbe- und -verarbeitende Industrie treten für eine verstärkte Nutzung des umweltfreundlich erzeugten heimischen Stoffes ein. Mit der "Ersten gemeinsamen Holz-Allianz" werden Forderungen für eine erhöhte Holzverwendung verabschiedet. Zugleich wollen Waldbesitzer und Holzwirtschaft mit der Resolution auf die Verbundenheit ihrer Verbände in den Ländern Baden-Württemberg und Bayern sowie auf ihre Bedeutung im bundesweiten Vergleich hinweisen.