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Heizen mit Weizen Eine neue Energieform aus der Sicht
eines Landwirts |
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Der hohe Ölpreis dieser Tage verstärkt
die Kritik an den fossilen Brennstoffen. Alle rufen und suchen nach alternativen
und ökologischen Energiequellen. So haben Holzöfen jeder Art wieder einmal
Hochkonjunktur und ein Solarkollektor auf dem Dach zieht mehr neidische
Blicke auf sich als ein neues Auto. Obwohl die Landwirtschaft mit ihren
Feldern die größte Solarkollektorfläche besitzt, konnte sie bisher keinen
wirtschaftlichen Nutzen aus dem Energiepreisanstieg ziehen. |
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Der seit Jahren andauernde Preisverfall
auf dem Agrarmarkt hat aber nun ein landwirtschaftliches Produkt auf dem
Energiemarkt konkurrenzfähig gemacht, an das kaum einer dachte oder zu
denken wagte: Getreide! Da 2,5 kg Getreide etwa der Energiemenge von einem
Liter Heizöl entsprechen, käme derzeit das Heizen mit Getreide nur halb
so teuer wie das Heizen mit Öl. Sogar Brotgetreide ist billiger als Heizöl
oder trockenes ofenfertiges Brennholz, welches bei uns mit etwa 100 bis
150 DM/rm, das entspricht zirka 30 DM/dt, gehandelt wird. Diese Situation
drängt natürlich die Frage auf, ob man Weizen als Heizmaterial verwenden
kann und darf. |
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Mahlweizen nur halb so teuer wie gepresstes
Sägemehl ·
Es muss nicht getrocknet werden, sondern ist vom Feld weg
verwertbar
Getreidestroh ist ab Feld zwar billiger als das Getreidekorn, eignet sich in der üblichen Handelsform (Ballen) aber nur für sehr große, erzeugernahe Energieanlagen. Man muss es zermahlen und pelletieren, um es in Kesseln von üblicher Größe verheizen zu können. Damit verliert es aber seinen Preisvorteil gegenüber dem Korn: Getreidestroh als Heizmaterial in kleinen Anlagen ist teurer als Getreidekorn! Wenn das Stroh verwertet werden kann, dann liegt Getreide auch beim Energieertrag pro Hektar an der Spitze der thermisch verwertbaren Pflanzen! Keine andere Energiepflanze kann so viele Vorteile auf sich vereinen.
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Nicht nur Vorteile Das positive Bild der „Kornenergie“ wird leider durch Probleme bei der Vertrennung getrübt. Der hohe Mineralgehalt von Getreide macht es zum wertvollen Nahrungsmittel, er stört aber beim Verheizen. So ist der Ascheanfall höher als bei Holz. Die Asche hat leider auch einen sehr niedrigen Schmelzpunkt von <800 Grad, daher kann sich im Verbrennungsraum eine glasartige Schlacke bilden. Obwohl Getreide in Form und Heizwert den Holzpellets vergleichbar ist, eignet sich die vorhandene Verbrennungstechnik für Holzpellets daher nur mit Einschränkungen auch für Getreide. Ein Kesselhersteller empfahl das Beimischen von Getreide zu Holzpellets bis zu einem Anteil von 30 Prozent. Auch bei Hackschnitzelheizungen wird das Zumischen von Getreide erprobt, nicht immer mit positiven Ergebnissen. Nicht nur der Typ der Anlage, sondern auch die Getreideart spielen eine Rolle. Erste Erfahrungen mit reinen Getreideheizungen zeigen, dass die Probleme durch bewegliche, sich selbst reinigende Roste lösbar sind. In Österreich laufen an der Fachhochschule Tulln Versuche mit Kesseln von 12 verschiedenen Herstellern. Auch in Deutschland wird geforscht und erprobt, so z.B. beim Haus Düsse, Versuchsgut der Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe und Sitz des Zentrums für nachwachsende Rohstoffe in NRW. Bis jetzt konnte allerdings nur ein dänischer Kesselhersteller nachweisen, dass mit seinem Kessel seit mehreren Monaten problemlos Getreide verheizt wird. Wünschenswert wären Brenner oder Voröfen für Getreide, um bestehende Anlagen kostengünstig umrüsten zu können. Keine ethischen Bedenken Die technischen Probleme bei der Verbrennung von Getreide sind sicher lösbar. Angesichts der Tatsache, dass wir Landwirte durch die EU mit „Geld gezwungen werden“, mindestens 10 Prozent unserer Ackerflächen aus der Produktion zu nehmen, sehe ich auch keine ethischen Probleme, die einem Erfolg der Getreideheizung im Wege stehen. |
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