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Wirtschaftlichkeit von Biogasanlagen
Über die Wirtschaftlichkeit lassen sich pauschal
nicht viele Aussagen treffen.
Aber es gilt grundsätzlich:
- Anlagen, die weitgehend im Selbstbau mit einem hohen Anteil an Eigenleistung
und unter Verwendung von gebrauchten Bauteilen gebaut werden, haben
aufgrund geringerer Erstellungskosten bessere Aussichten auf das Erreichen
einer Wirtschaftlichkeit als industriell gefertigte Anlagen, die häufig
nur mit staatlicher (oder sonstiger Förderung) wirtschaftlich arbeiten
können. Allerdings erfordert der hohe Eigenleistungsanteil auch viele
Arbeitsstunden und Eigenbauanlagen sind vergleichsweise reparaturanfälliger
und kurzlebiger.
- was die Größe betrifft gilt die Faustzahl 80 bis 100 GV um
in den rentablen Bereich zu kommen.
- eine Möglichkeit die Kosten zu drücken besteht in der Gemeinschaftsnutzung
einer Anlage durch mehrere Landwirte
- Kofermentation verbessert die Rentabilität von Anlagen
Anhand von zwei Zahlenbeispielen soll die Wirtschaftlichkeitsberechnung
vorgestellt werden (Weiler, 1995):
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wirtschaftlich
arbeitende Anlage
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unwirtschaftlich
arbeitende Anlage
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Anzahl GV
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100,0
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1,5 m3/GV und Tag
65 % Methangehalt
10,0 kWh/m3
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Anzahl
GV
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40,0
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1,5
m3/GV und Tag
65 % Methangehalt
10,0 kWh/m3 Methan
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Energie (kWh/a)
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355.875
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20 %
28 %
30 %
22 %
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71.175 kWh Verlustenergie
99.645 kWh Prozessenergie
106.763 kWh Wärmeenergie
78.293 kWh Stromenergie
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Energie
(kWh/a)
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142.350
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20
%
28 %
30 %
22 %
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28.470
kWh Verlustenergie
3.9858 kWh Prozessenergie
42.705 kWh Wärmeenergie
31.317 kWh Stromenergie
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Kosten
Nettokosten
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200.000
113.217
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20.000 DM Eigenleistung
23.478 DM Mehrwertsteuer
31.304 DM Zuschuss R-A
12.000 DM Zuschuss R-B
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Kosten
Nettokosten
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150000
78435
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20.000
DM Eigenleistung
16.957 DM Mehrwertsteuer
22.609 DM Zuschuss R-A
12.000 DM Zuschuss R-B
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Ausgaben
Summe
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16.983
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8 %
6 %
1 %
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9.057 DM Abschreibung
6.793 DM Zins
1.132 DM Wartung
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Ausgaben
Summe
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11.765
|
8
%
6 %
1 %
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6.275
DM Abschreibung
4.706 DM Zins
784 DM Wartung
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Einnahmen
Summe
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20.539
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21500 kWh
56793 kWh
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0,28 DM/kWh
6020 DM Stromeinsparung
0,15 dm/kWh
8.519 DM Stromverkauf
4.000 DM Wärmeeinsparung
2.000 DM Dungverbesserung
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Einnahmen
Summe
|
8.293
|
21.500
kWh
|
0,28
DM/kWh
6.020 D Stromeinsparung
0,15 D/kWh
1.473 DM Stromverkauf
0 DM Wärmeeinsparung
800 DM Dungverbesserung
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| Bilanz |
3.556 |
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Gewinn |
Bilanz |
-3.473 |
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Verlust |
Neben dem reinen Energiegewinn aus der Biogasanlage bringt die Güllevergärung
weitere Vorteile mit sich, die von mittelbarem wirtschaftlichen Nutzen
sein können (Köttner, 1998):
- Dungwertverbesserung: Da bei der Vergärung Kohlenstoff abgebaut wird,
verengt sich das C/N-Verhältnis der Gülle. Damit wird der Stickstoff
besser verfügbar und seine Wirkung besser kalkulierbar. Sie wurde in
den obigen Berechnungen ebenfalls berücksichtigt.
- Die Gülle ist durch die Vergärung dünnflüssiger: Dadurch besitzt sie
bessere Ausbringungseigenschaften und dringt besser in den Boden ein.
Letzteres vermindert gasförmige N-Verluste
- Geruchsreduzierung: Kann gerade in Feriengebieten einen großen Vorteil
darstellen
- Hygienisierung: Je höher die Betriebstemperatur der Biogasanlage,
desto mehr Keime werden abgetötet. Im allgemein üblichen mesophilen
Temperaturbereich ist sie somit von untergeordneter Bedeutung
- Abtöten von Unkrautsamen: Je länger Unkrautsamen in der Gülle verbleiben,
desto stärker werden sie abgetötet. Dies vermindert eine Verunkrautung
und das Wiedereinbringen von Pflanzen auf das Feld.
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