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NAME
UND BOTANIK
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EIBISCH,
HEILWURZ
Althaea officinalis
L. -
Malvaceae (Malvengewächse) -
Mehrjährig |
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BIOLOGIE
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| Aufkommen:
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Aus
Kultur, selten aus Wildsammlung
Der Großteil der Droge stammt aus Osteuropa |
| Wuchshöhe:
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Bis
1,8 m |
| Blütezeit:
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Juni
bis September |
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ANBAU
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| Standortansprüche: |
Insgesamt keine
besonderen Ansprüche, witterungsbeständig, geringe Auswinterungsgefahr.
| Günstig
/ Anforderungen: |
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tiefgründige,
humose Sandböden mit mäßiger Feuchtigkeit
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| bei
Wurzelgewinnung unbedingt siebfähige, unkrautarme Böden |
| Ungünstig
/ Einschränkungen: |
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kein
Anbau auf schweren und staunassen Böden |
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| Anbauhinweise: |
ein- bis
zweijähriger Anbau
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| Sorten: |
| Erfurter |
deutsche
Sorte |
| Roussalka
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bulgarische
Zuchtsorte - hoher Wuchs, hoher Ertrag, hoher Schleimgehalt (20%) |
| Ansonsten
hauptsächlich Landsorten |
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| Fruchtfolge: |
| selbstunverträglich |
Anbaupausen
von mind. 4 Jahren zu allen Malvengewächsen |
| Vorfrucht |
Hackfrüchte
am besten (kein Mais, Gefahr von Herbizidrückständen)
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| Saat
/ Pflanzung: |
Anbau als Direktsaat
oder Pflanzung:
| a.
Direktsaat |
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Eignung
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für
Blatt- oder Krautgewinnung |
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Aussaattermin |
April
Aussaat Anfang Aug. führt zu höheren Erträgen im
Folgejahr; allerdings Gefahr von Auswinterungsverlusten |
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TKG |
1,6
- 3,5 g |
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Aussaatstärke |
8
- 10 kg/ha (4,5 - 6 kg/ha geschälter Samen) |
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Saattiefe |
ca.
1 cm |
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Reihenabstand |
42-50
x 30 cm |
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Schnitte
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Ein
Schnitt pro Jahr bei mehrjähriger Nutzung möglich |
| b.
Pflanzung von Jungpflanzen
(2 Alternativen) |
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Eignung |
für
Wurzelproduktion |
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Beregnung
bei der Pflanzung ist vorteilhaft |
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Anzucht
im Saatbeet: |
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Aussaat
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im Freilandsaatbeet ab April |
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Menge
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50
g Teilfrüchte / 100 m2 Saatbeet |
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Aufgang
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2-3
Wochen |
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Verpflanzung
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ab
Juni (Wuchshöhe von 8 - 10 cm) |
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Vorkultur
in Paperpots, Erdpresswürfel oder Breitsaat (mit nachherigem
Pikieren): |
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Aussaat |
ab
Ende Februar unter Glas
Abdeckung mit Substrat, bis zur Keimung auf 20 - 25 °C halten |
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Pflanztermin |
ab
Ende April |
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Reihenabstand |
42
/ 62,5 cm |
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Pflanzabstand
in der Reihe: |
25-30
cm |
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Pflanzenanzahl |
60-80.000 Pfl./ha |
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Ernte
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noch
im selben Jahr |
| c.
Anbau von Wurzelteilen |
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Zerteilung
der Wurzelstücke nach der Ernte: Wurzelteile sollten 1 oder
2 Knospen und ein Stück Wurzelstock von > 3cm Länge
umfassen |
| Alternativ:
gehäckselte Wurzelstöcke (5 - 10 cm lang) werden in
10 cm Tiefe abgelegt und angewalzt |
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| Pflege: |
| Pflanzenschutz: |
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Anwendung
chemischer Mittel entsprechend dem Zulassungsstand |
| regelmäßige
Bestandeskontrolle |
| Krankheiten,
Schädlinge: |
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Malvenrost
Puccinia malvacearum (nicht so schädigend wie bei
Malve) |
| Malvenflohkäfer
(Lochfraß an Blättern), Raupen der Malvenmotte (Ausfressen
des Samenkranzes), Blattläuse (Saugschäden an Blättern),
Spinnmilben, Zikaden |
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| Düngung: |
In Abhängigkeit
vom Anbauverfahren und Ernteprodukt:
| Im
Herbst ist eine Stallmistgabe angebracht |
| Richtwerte
zum Nährstoffbedarf: |
100
kg N/ha, möglichst als Teilgaben |
| 40
- 70 kg P2O5 |
| 120
(bis 180) kg K2O (Kalidünger kann chloridhaltig
sein) |
| bei
Wurzelnutzung: |
mehr
Kaliumdüngung |
| bei
Krautnutzung: |
erhöhte
N-Gaben; insg. 100-140 kg N/ha (nach jedem Schnitt in gesplitteten
Einzelgaben) |
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| Ernte,
Aufbereitung, Erträge: |
| Ernteprodukt: |
Wurzeln
(Haupternteprodukt) |
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Kraut:
Blätter, Blüten (Nebenernteprodukt) |
| Erntezeitpunkt: |
Zeitpunkt
der Wurzelernte in Abhängigkeit vom Anbauverfahren: Wurzelernte
so spät wie möglich, da der Schleimgehalt der Wurzeln
bis Winteranfang ansteigt |
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Anfang
Juli (blühendes Kraut) |
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bei Frühjahrsanbau |
Ernte
Ende Okt./Anfang Nov. des selben Jahres |
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bei Sommeranbau |
Ernte
im Folgejahr |
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| Erntemethode: |
Laub
tief abschlagen, dann Rodung der Wurzeln mit Schwingsieb-, Siebkettenroder
oder Kartoffelvollernter (25 - 30 cm Tiefgang) |
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Wegen
zu hohen Zeitaufwands (Handarbeit) ist reine Blatt- bzw. Blütenernte
kaum mehr üblich, die Ernte des blühenden Krauts hingegen
kann mechanisiert werden |
| Aufbereitung:
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Wurzeln
gründlich waschen, in 3 - 10 cm große Stücke teilen.
Das früher übliche Schälen der Wurzel ist wegen
hohen Arbeitsaufwandes kaum noch üblich
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Häckseln
des Ernteguts, vor und nach dem Trocknen Entfernen der Stängel
mittels Windsichter |
| Trocknung: |
Trocknung
bei ca. 35-45 °C, bis Wurzeln leicht brechen (6% Restfeuchte),
was bis zu 75 Stunden dauern kann. Beschleunigung und Schonung
der Wurzeln durch Trocknung kleinerer Stücke. |
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Kann wegen der Schleimstoffe lange dauern, und mit Temperaturen
von 40-50°C beschleunigt werden |
| Lagerung: |
nie
feucht lagern (Schimmelpilzgefahr), nicht in Kunststoffsäcken |
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| Erträge:
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Wurzeldroge
(geschälte Wurzelware): |
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Im
ersten Jahr Krauterträge von 80-100 dt/ha, im zweiten Jahr
100-120 dt/ha Frischmaterial (75% Eintrocknungsverluste) |
aus
Frühjahrspflzg.
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40-50
dt/ha |
| aus
Aussaat |
30-33 dt/ha |
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NUTZUNG
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| als
Heilpflanze (Pharmazie, Volksheilkunde): |
| Verwendung: |
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Wurzel |
Die
von den äußeren Rindenschichten durch Schälen
befreite und getrocknete Wurzeln wurden früher, zu Pulver
verrieben, als weiche Pastillen bei Halsentzündungen und
Husten verabreicht. Sie sind damit Vorgänger der beliebten
"Marshmallows", die diese Kräuterauszüge allerdings
nicht mehr enthalten. |
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Blatt- und Blütendroge |
Werden
für Tees verwendet. In Frankreich werden die jungen Triebe
und frischen Blätter zu Frühlingssalaten verarbeitet
um die Nieren anzuregen (dem gleichen Zweck dient auch eini Sirup
aus den Wurzeln der Pflanze). |
| Wirkung: |
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hustenlindernd,
schleimlösend (aber nicht auswurffördernd), Verwendung
bei entzündlichen Reizzuständen des Rachenraumes |
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| Hauptinhaltsstoffe: |
Schleimstoffe,
Pektin, Stärke, Zucker, Gerbstoffe.
| Wertbestimmende
Stoffe sind Schleim und Pektin |
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geschälte
Wurzel |
10-15
% Schleim, 11 % Pektin, 37 % Stärke (Schleimzellen sind im
Rinden- und Holzparenchym lokalisiert) |
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Blätter
und Blüten |
6-9 % Schleim |
| Qualitätsparameter:
Wurzeldroge muß von weißer Farbe und frei von holzigen
und korkigen Bestandteilen sein |
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Quellen:
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Chrestensen
Samen- und Pflanzenzucht
Dachler / Pelzmann |