CO2-Neutralität bei Anbau und Verbrennung von Miscanthus

Dr. Iris Lewandowski
Institut für Pflanzenbau und Grünland, Universität Hohenheim, D-70593 Stuttgart, Deutschland
A. Kicherer und P. Vonier
Institut für Verfahrenstechnik und Dampfkesselwesen (IVD), Universität Hohenheim, D-70593 Stuttgart, Deutschland


Miscanthus „Giganteus" ist eine mehrjährige C4-Pflanze aus Ostasien. Das Biomasse-Ertragspotential von Miscanthus wird in Deutschland seit 1987 untersucht. Die Verbrennung von Biomasse bietet eine Möglichkeit, die Emissionen des Treibhausgases CO2 zu senken. Das CO2, das während der Verbrennung freigesetzt wird, wurde zuvor durch die Pflanzen aufgenommen. Die Studie analysiert den Energiebedarf und die CO2-Emissionen, die bei der Produktion von Miscanthus anfallen, wobei der gesamte Bereich von der Pflanzung bis zum Transport der Biomasse zum Kraftwerk untersucht wird. Energiebedarf und CO2-Emissionen werden mit den Werten der Gewinnung und Verbrennung von Steinkohle verglichen. Der Energiegehalt von Biomasse aus Miscanthus, der auf einem Hektar geerntet wird, (ungefähr 20 t Trockenmasse), entspricht dem Energiegehalt von 12 t Kohle. Für jedes Gigajoule Kohle werden während der Gewinnung und Verbrennung 96,6 kg CO2 freigesetzt. Mit der Verbrennung von Miscanthus anstelle von Kohle können 90% der CO2-Emissionen eingespart werden.

Ein Artikel dazu ist erschienen in:
Biomass and Bioenergy, Vol. 8, No. 2, pp.81-90, 1995